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23. Februar 2026

#facesofteaching: Dejan Radovanovic

Wer mit ihm arbeitet, spürt schnell: Hier bringt jemand nicht nur fachliche Expertise mit, sondern auch die Mentalität eines Profi-Sportlers. Hohe Ansprüche an sich selbst, Engagement fürs Team und der Wille, sich stetig weiterzuentwickeln, prägen seinen Arbeitsalltag in Lehre, Forschung und darüber hinaus.

Dejan‘s Weg ans Department IT

Der Weg von Dejan Radovanovic an die FH Salzburg war alles andere als vorgezeichnet. Nach der Fachschule an der HTL Saalfelden folgten zwei intensive Jahre am IT-Kolleg in Imst mit Fokus auf Betriebswirtschaft und Programmierung. Danach stand eine Richtungsentscheidung an. Ursprünglich wollte er als Softwareentwickler nach Deutschland gehen – kombiniert mit Fußball in der dritten Liga.

Ein Satz eines guten Kollegen brachte ihn jedoch zum Umdenken: „Mach was Gscheites aus deinem Leben.“ Dejan hinterfragte seine Pläne neu und begann, nach Weiterbildungsmöglichkeiten in Salzburg zu suchen. Diese Suche führte ihn schließlich an die FH Salzburg – eine Entscheidung, die seinen weiteren Weg nachhaltig geprägt hat.

Auf den ITS-Bachelor folgte nahtlos der Master (2017–2019). Bereits während dieser Zeit arbeitete Dejan als Junior Researcher in einem Forschungsprojekt mit. Eine besondere Rolle spielte dabei eine Lehrveranstaltung, die sich zunächst als Stolperstein erwies: Medieninformatik bei Andreas Unterweger. Mehrere Anläufe waren nötig – umso überraschender war es, als genau dieser ihn später fragte, ob er die Übung im Medientechnologie-Labor übernehmen möchte. Eine Woche nach seiner Masterprüfung stand Dejan schließlich selbst vor Studierenden. 

Seit 2023 arbeitet Dejan zudem an seinem Doktorat – ebenfalls unter der Betreuung von Andreas Unterweger.

Mein Weg zeigt: Wenn man sich wirklich in ein Thema verbeißt, kann man es schaffen.

Lehre & Forschung – eine bewusste Kombination

Dejan mit einem seiner Best-Paper-Awards bei der DACH-Energy-Informatics

Was Dejan bis heute besonders fasziniert, ist die Verbindung von Forschung und Lehre. Rund drei Viertel seiner Zeit widmet er der Forschung, ein Viertel der Lehre – eine Mischung, die für ihn ideal ist.

In der Lehre unterrichtet er unter anderem Medientechnologie und Medieninformatik. Studierende lernen hier Grundlagen der Audio- und Videokomprimierung sowie zentrale Algorithmen der Bildverarbeitung, etwa zur Gesichtserkennung oder 3D-Rekonstruktion. Im sechsten Semester folgt schließlich der erste bewusste Berührungspunkt mit Künstlicher Intelligenz.
Im Masterstudium unterrichtet Dejan außerdem Kryptografie und Knowledge Discovery.

Besonders wichtig ist ihm dabei, Studierende technisch zu fordern und ihnen einen methodischen Zugang zum Lernen zu vermitteln. Nicht nur was man lernt, sondern wie man sich komplexe Inhalte nachhaltig erschließt, steht für ihn im Mittelpunkt. Er setzt stark auf Interaktion, Gruppenarbeit, Diskussionen und Visualisierung – immer mit dem Anspruch, Studierende auf Augenhöhe abzuholen und gleichzeitig klare Leistungsstandards zu setzen.

Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz

In seiner Forschung beschäftigt sich Dejan aktuell intensiv mit Privatsphäre im Kontext von Smart Metern. Stromverbrauchsdaten gelten oft als harmlos – dabei lassen sich aus ihnen erstaunlich viele Informationen über Alltagsroutinen, Anwesenheitszeiten oder soziale Strukturen ableiten. Genau hier setzt seine Arbeit an: Menschen für den Wert und die Sensibilität von Daten zu sensibilisieren und gleichzeitig technische Schutzmechanismen zu entwickeln.

Wissen, das bewegt

Was Dejan mit seiner Arbeit an der FH Salzburg bewirken möchte, ist klar: 

Forschungsergebnisse sollen nicht im Elfenbeinturm bleiben, sondern praktisch anwendbar sein – und genau so auch in der Lehre vermittelt werden. Studierende sollen Zusammenhänge verstehen, Werkzeuge sicher einsetzen und gut auf reale Herausforderungen vorbereitet sein.

Neben fachlicher Kompetenz ist ihm vor allem der menschliche Aspekt wichtig. Rückblickend waren es für ihn nicht die fachlich brillantesten, sondern die menschlich stärksten Lehrenden, die ihn am meisten geprägt haben. Genau diese Verbindung möchte er weitergeben: fachliche Exzellenz kombiniert mit persönlicher Entwicklung.

Besonders motivierend sind für ihn die Aha-Momente am Ende eines Semesters – wenn sichtbar wird, wie sehr sich Studierende durch Einsatz und Disziplin weiterentwickelt haben. Diese Fortschritte überraschen und begeistern ihn jedes Mal aufs Neue.

Immer in Bewegung

Auch abseits von Hörsaal und Labor ist Dejan von Bewegung geprägt. Früher Leistungssportler im Skifahren und Fußball, lebt er diese Mentalität heute beim Laufen und Crossfit weiter – kompetitiv, diszipliniert und mit Leidenschaft. Was viele nicht vermuten: Wenn er abschaltet, dann gerne mit elektronischer Musik – auf Festivals, bei guten Partys oder auch auf Ibiza.

Seinem jüngeren Ich würde Dejan heute raten, mehr an sich selbst zu glauben und weniger zu versuchen, es allen recht zu machen. Auf die eigene Stimme zu hören und dem Leben Raum zu geben, den Weg mitzugestalten – nicht alles muss geplant sein.